Am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde auf dem Schulhof des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand (OGT) feierlich ein Mahnmal enthüllt. Die große Stahl-Skulptur, entworfen von der ehemaligen Schülerin Paula Lücke in Zusammenarbeit mit dem Lübecker Bildhauer Winni Schaak, erinnert an die ermordeten jüdischen Geschwister Hanna und Hermann Mecklenburg sowie an alle im Holocaust getöteten Kinder.
Das Projekt ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern des OGT und der Cesar-Klein-Schule in Ratekau mit der Geschichte des Holocausts. Inspiriert durch eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und mit Unterstützung des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein, der Schulleitung und der Gemeinde entstand die Idee für ein dauerhaftes Erinnerungszeichen.
Die Skulptur mit dem Titel „Identität“ symbolisiert mit einem Durchbruch in Form eines Tunnels den Verlust, aber auch die Hoffnung: „Je nachdem, von welchem Blickwinkel man die Skulptur betrachtet, ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen“, erklärt die Künstlerin Paula Lücke. Diese Metapher soll verdeutlichen, dass Erinnerung nicht nur das Vergangene bewahrt, sondern auch für eine bessere Zukunft mahnt.
Die Enthüllung des Mahnmals fand im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung statt. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und Schulleiterin Cordula Braun hielten bewegende Reden, in denen sie die Bedeutung des Erinnerns hervorhoben. Schülerinnen Vanessa Hauswald und Ida Warnemünde trugen einen fiktiven Brief von Hanna Mecklenburg vor, in dem sie die Gefühle und Ängste der damals verfolgten jüdischen Jugendlichen eindrücklich nachzeichneten.
„Wir wollten zeigen, dass Hanna und Hermann und alle jüdischen Kinder aus Lübeck nicht vergessen sind. Wir erinnern uns an sie und die Skulptur erinnert uns daran“, sagte der ehemalige Lehrer Günter Knebel, der das Projekt von Beginn an begleitete.